Nun ist es schon ein paar Jährchen her, als man beim Spotten in Hannover noch das Gefühl hatte, irgendwo im tiefsten Russland zu stehen. Die folgenden Bilder entstanden alle an einem einzigen Tag, der jetzt (02.07.2016) genau 10 Jahre zurückliegt. Aus diesem Anlass mal wieder ein kleiner Rückblick.

Es ging 2006 mit den Tupolevs am HAJ schon so langsam zu Ende, doch auf die letzten Tage kamen zu den "etablierten" Airlines wie Sibir, Rossiya, Kras Air u.a. noch die eine oder andere neue Airline hinzu. Ural Airlines flog einen Sommer lang von Jekaterinburg nach Hannover und brachte uns nochmal eine Tupolev in einer netten farbenfrohen Lackierung.


Stammgast in Hannover war lange Zeit Pulkovo Airlines (später Rossiya), die Hannover mehrmals pro Woche mit St. Petersburg verband. Bis 2003 kamen sogar Vierstrahler vom Typ Ilyushin 86 zum Einsatz und bis 2006 wurde immerhin noch durchweg mit Tupolevs (Tu-154, Tu-214) geflogen. Ab 2007 sah man auf dem Kurs dann vermehrt westliche Muster wie 737-500 und A319, bis die Strecke im Jahr 2009 dann auch eingestellt wurde.


Die kasachische Sayakhat zählte ebenfalls zu den Stammgästen.


Während die anderen Airlines aus den ehemaligen Sowjet-Staaten mit den immer gleichen 2 oder 3 Maschinen in Hannover zu Gast waren und/oder ein sehr einheitliches Farbmuster aufwiesen (Pulkovo), bekam man bei Kras Air und Siberia über die Jahre ein wenig Abwechslung vor die Linse, zumal man beide Airlines zwischen 2006 und 2008 in je drei (eigenen) full-colour-Variationen vor die Linse bekam. Die RA-85702 trug bis 2008 das neuere Kras Air-Farbschema und war anschließend noch in AirUnion-Farben am HAJ zu sehen.


Siberia Airlines reduzierte im Jahr 2003 die frühere Lackierung mit Kabinenstreifen und grauem Bauch auf dieses recht farblose Schema. Immerhin blieb das blaue Heck. Die Sibir-Titel wurden nach der Umbenennung in S7-Airlines durch ein entsprechendes Logo am Rumpf ersetzt.


Während die 2005 und 2006 von Hapag-Lloyd übernommenen A310 gleich das grüne S7-Farbmuster erhielten, flogen zwei aus Aeroflot-Beständen stammende Maschinen noch in der Sibir-Lackierung umher. Bis 2009 wurde dieser Typ auf den Novosibirsk-Flügen nach Hannover eingesetzt.


UN85854 rollt den Taxiway G zur Runway 09L.

Air Astana ist eine von drei Airlines aus den ehemaligen Sowjet-Staaten, die sich bis heute mit Routen nach Hannover halten konnten. Nachdem die Staatsairline Air Kazakhstan, die auch Hannover anflog, 2004 bankrott ging, trat Air Astana die Nachfolge an und setzte von Beginn an auf westliche Flugzeugtypen. Mittlerweile hat Air Astana sogar Dreamliner bestellt.


Was war das noch für ein Kontrast zu den sich immer ähnlicher werdenden Flugzeugen heutiger Produktion.


Wenn auch nicht so russisch und so laut und dreckig wie eine Tupolev, aber gegen die A310 hätte ich heute auch nichts einzuwenden. Leider auch eine aussterbende Spezies.

Ab 2005 begannen die Tupolev-Betreiber, sich mehr und mehr mit gebrauchten 737 einzudecken. Ohne diesen Wandel hätten wir aber heute wohl keine einzige dieser Airlines mehr am HAJ. KrasAir hat es aber leider nicht geschafft.


Nachdem die kirgisische Fluggesellschaft Altyn Air den Konkurenten Kyrgyzstan Airlines übernommmen hatte und sich fortan schlicht Kyrgyzstan nannte, bekamen die Maschinen 2006 entsprechende Titel. Zugleich war es aber auch das letzte Jahr, in dem man diese Airline in Hannover zu Gesicht bekam.


Neben viel Altmetall gab es an diesem Tag auch eine alte Lackierung. Nachdem Lufthansa mit der D-AIRX im Jahr 2005 die Retro-Welle auch in Europa auslöste, war Turkish kurze Zeit später mit der TC-JLC dabei. Die Maschine flog aber nur 10 Monate in diesem Farbkleid. Erst neun Jahre später entschloss man sich, die Lackierung auf einer A330 wieder aufleben zu lassen.


Bei bestem Licht ging dieser nette Tag zu Ende. Der Outbound der Kyrgyzstan war dann immer der krönende Anschluss.

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