Nachdem nun in Hannover die interessanten Flugzeugmuster weitgehend verschwunden sind, wird es Zeit, mal öfters die Bildersammlung zu durchforsten und die Bilder aus besseren Tagen wieder hervorzuholen. Einer dieser besseren Tage war der 29.07.2006. Ein ganz normaler Samstag war das, keine Sonderflüge oder RAF-Besucher, und trotzdem ein ganzer Haufen netter Flieger jenseits von 737 und A320. Ach ja, und für damalige Verhältnisse auch ganz normaler Sommer-Sonnenschein.
Orenburg Airlines flog von Mai bis September aus der gleichnamigen Stadt in Russland mit Tu-154M nach Hannover, zuletzt unter ihrem neuen Namen "Orenair". 2006 hatte sich die Airline aber schon eine 737-500 und zwei 737-400 beschafft, die dann im darauffolgenden Jahr (zusammen mit der Tupolev) auch auf dem HAJ-Kurs eingesetzt wurden. 2007 kam dann das Ende der Orenair-Tupolev in Hannover und vorerst auch für die Boeings, denn von 2008 bis 2010 war die Airline nicht in HAJ zu sehen. 2011 kehrte sie aber zurück und will in 2014 sogar von 4 Städten aus nach Hannover fliegen, mittlerweile kommen 737-800 zum Einsatz.
Bilder wie dieses konnte man in Hannover bis 2008 noch häufig machen. Während die Orenburg Airlines an der Feuerwache vorbei zum Gate rollt, steuert die Tu-5 der Kras Air die 27R an, um in die Heimat zu entschwinden. Kras Air (oder Krasnojarsk Airlines) flog zuletzt von Moskau und Omsk nach Hannover. Die Moskau-Route wurde bereits ab 2006 mit Boeing 737 geflogen, auf der Omsk-Route kamen meist noch Tu-154 zum Einsatz. Zeitweise waren auf diesem Kurs auch Tu-204 und Boeing 757 unterwegs. Bereits Ende 2005 hatte sich um die Kras Air die erste russische Airline-Allianz gebildet. Die "AiRUnion" konnte sich allerdings nur noch drei Jahre am Leben erhalten, dann drehte man der Allianz wegen zu vieler unbezahlter Rechnungen den Geldhahn zu. Immerhin sorgte dieser Zusammenschluss noch für ein neues Farbkleid auf einem Teil der Tupolevs und auf allen Neuzugängen in der Flotte. Nach dem Ende der Kras Air und der Ausmusterung der Tu-5 bei Sibir im Herbst 2008 blieben für Hannover nur noch zwei Airlines mit Tupolev: Rossiya und Belavia.
Die RA-85660 kam 2004 zur Flotte der Kras Air und behielt bis zum Ende der Airline noch das Farbschema des Vorbesitzers bei, der russischen Bratsk Air Enterprise. Begonnen hatte die Maschine ihre Karriere 1989 als CCCP-85660 bei der sowietischen Aeroflot, flog dann schon einige Zeit als RA-85660 für die neue Aeroflot und ging dann erstmal zu Iran Air Tours. Im Jahr 2000 wurde sie von Balkan Bulgarian Airlines geleased und flog als LZ-LTK, bevor sie ein Jahr später wieder zur RA-85660 wurde und für AviaExpressCruise ihren Dienst antrat. Ein weiteres Jahr später dann kam sie zur Bratsk Air Enterprise. Nach ihrer Zeit bei Kras Air wurde die Maschine Ende 2008 stillgelegt und in Krasnojarsk abgestellt.
Pulkovo hieß die Airline, die viele Jahre lang Hannover mit St. Petersburg verband und 2006 mit der staatlichen Rossiya fusionierte. Bis dahin war Pulkovo durchweg mit ihren Maschinen vom Typ Tu-154, Tu-134 und Il-86 in Hannover zu sehen, die ein blau-weißes Heck und dicke "Pulkovo"-Titel besaßen. In den letzten Jahren der Pulkovo wurde dann aber nur noch mit Tu-154 geflogen, im Jahr 2005 kam mit der 737-500 dann sogar westliches Gerät zum Einsatz. Nach der Fusion von Pulkovo und der "alten" Rossiya zur zweitgrößten russischen Airline Rossiya bekamen die Maschinen zwar kleine "Rossiya"-Titel zusätzlich zur "Pulkovo"-Aufschrift, ansonsten änderte sich aber erstmal nur wenig. Gelegentlich kam auf der Route aber eine Tu-214 aus der Flotte der alten Rossiya zum Einsatz. Im Jahr 2007 wurden dann die alten "Pulkovo"-Titel durch rote "Rossiya"-Schriftzüge ersetzt. Nachdem die Airline ihre Flotte im selben Jahr durch Airbus A319 und A320 aufgestockt hatte, bekam man diese ab 2008 dann auch in Hannover des öfteren vor die Linse. Mit diesem Mix aus Tu-154, 737-500, A319 und A320 blieb die Airline noch bis zum Sommer 2009 ein häufiger Gast am HAJ. Dann war auch diese Verbindung Geschichte.
Die RA-64505 wurde 2002 gebaut und gehört seither zur SLO Rossiya, früher bekannt als Russia State Transport Company. Dieser Teil des Unternehmens, welcher quasi die "alte" Rossiya verkörpert, betreibt die Maschinen für die Regierung und führt sonstige VIP-Flüge mit überwiegend russischen Flugzeugmustern durch. Der mit der Pulkovo-Fusion aufgekeimte kommerzielle Teil der Rossiya, die GTK Rossiya oder Rossiya Russian Airlines, fliegt heute zahlreiche Linienverbindungen mit A319, A320, 767-300 und An-148, während der Übergangsphase griff man aber auch öfters auf Maschinen der SLO Rossiya zurück. So auch an diesem Samstag.

Von den Airlines aus den ehemaligen Sowiet-Staaten war Siberia Airlines (später umbenannt in S7-Airlines, aber in Hannover stets "Sibir" genannt) der häufigste Gast in Hannover. Bis 2008 wurde Hannover von drei Städten angeflogen - Moskau, Omsk und Novosibirsk. Samstags wurden alle drei Strecken bedient, zusammen mit den anderen Tupolevs sah das Rollfeld dann schon eher wie das eines Flughafens im tiefsten Russland aus. Während auf dem Novo-Kurs mit der A310 aber schon westliches Gerät zum Einsatz kam, konnte man auf den beiden anderen Flügen noch häufig die Tupolevs bewundern.
Saravia Saratov Airlines flog viele Jahre von Saratov nach Hannover und zurück. Im Sommer war dann immer samstags das charakteristische Pfeifen der drei Triebwerke einer Yak-42D am Platz zu hören. Zusammen mit Belavia war Saravia die letzte Airline, die noch regelmäßig mit russischem Gerät nach Hannover kam. 2010 verschwand aber dann auch diese Gesellschaft aus Hannover, der Frankfurt-Kurs wurde immerhin noch bis 2012 weitergeflogen.
Das Bild zeigt die RA-42432, eine von zwei Yaks, die das 2004 eingeführte neue Farbschema erhalten hatten. Die 1994 gebaute Maschine kam vermutlich direkt zu Saravia, war aber 1995 an die türkische Albatros Airlines verleased und flog als TC-ALY auch nach Deutschland. Nach der Rückkehr zu Saravia und einem kurzzeitigen Einsatz dort flog sie dann von 1997 bis 2001 für die mazedonische Avioimpex, bevor sie wieder nach Saravia kam. Bis 2013 war die Maschine dann noch regelmäßig auf deren Linienflügen unterwegs, derzeit scheint sie zusammen mit den übrigen Yak-42 der Flotte als Reserve für die beschafften Embraer 195 zu dienen.

Die ukrainische UM Air war mehrere Jahre regelmäßiger Gast am HAJ und brachte zusammen mit den Airlines aus Russland oder Kasachstan eine gute Portion "exotische" Abwechslung in den Standart-Traffic. Auf der Strecke Simferopol-Hannover und zurück kam anfangs eine A320 zum Einsatz, später war man auch mit MD-83 am Platz und gelegentlich bekam man sogar eine DC-9 vor die Linse. 2007 kam die Airline auf die "Schwarze Liste" der EU und war somit auch aus Hannover verschwunden. 2009 wurde der Einflug in die EU wieder erlaubt, eine Wiederaufnahme der Flüge nach Hannover kam aber nicht zustande.
Siberia Airlines flog als S7 Airlines noch bis 2012 nach Hannover, zuletzt allerdings nur noch die Strecke von Novosibirsk und seit 2009 nur noch mit Airbus oder Boeing. Bis 2008 kamen Tupolevs zum Einsatz und so wie auch an diesem Juli-Tag waren damals häufig zwei Tupolevs von Sibir gleichzeitig am Platz. Zuletzt kam oft die RA-85699 zusammen mit der 85697. Zu dieser Zeit hatte man aus dem Parkhaus Nord noch freie Sicht auf den Anflugbereich der 27R und besonders an Wochenenden wurde dann die oberste Etage von der Spottergemeinde in Beschlag genommen.
Die weißrussische Airline Belavia fliegt seit vielen Jahren im Sommerhalbjahr mehrmals pro Woche die Strecke Minsk-Hannover und zurück. Auf dieser Route kamen bis 2008 meist Tu-154M zum Einsatz, heute wird nur noch mit Boeing 737 und Canadair CRJ-200 geflogen. In den Jahren 2009 bis 2011 konnte die Tupolev dann nur noch auf den im Sommer alle vier Wochen stattfindenden "Gomel-Flügen" fotografiert werden. Diese Sonderflüge bringen Kinder aus der Region um Tschernobyl zur Erholung nach Niedersachsen, mittlerweile werden aber auch diese Flüge mit 737 durchgeführt.
Die einzige Tu-154M in der Flotte der Orenburg Airlines war die 1993 gebaute RA-85768 und somit war sie die einzige Tu-5, die auf dem Kurs Orenburg-Hannover eingesetzt werden konnte. Die 85768 kam 1995 von Aeroflot direkt zu Orenburg Airlines und war dort mindestens noch bis Juni 2012 im Einsatz.
Ab und an benutzten die Tupolevs auch mal die Verlängerungen der Nordbahn, sicherlich nicht immer mit voller Absicht. Hier startet die RA-85697, die 1998 in die Flotte der Siberia Airlines kam, nachdem sie ein Jahr bei Iran Air Tours verbracht hatte. Zuvor gehörte sie zur alten Sowiet-Aeroflot und danach auch zur neuen Aeroflot. Heute dürfte sie noch auf dem Gelände des Flughafens Domodedovo stehen, wenn sie nicht bereits verschrottet wurde.
Die EW-85703 blieb dem Flughafen Hannover noch bis 2011 treu und war (dank der "Gomel-Flüge") in den letzten beiden Jahren auch die einzige Tu-154, die hier regelmäßig zu sehen war. Die Maschine hat keine sehr bewegte Geschichte hinter sich, nach zwei Jahren bei Aeroflot kam sie 1993 direkt zu Belavia, wo sie im Frühjahr 2014 noch immer im Einsatz war.
Dieses Bild zeigt die RA-85699 beim Outbound auf der Nordbahn. Die 1991 gebaute Maschine war nach ihrer kurzen Zeit bei Aeroflot u.a. bei Iran Air Tours im Einsatz, seit 1994 aber fast durchgehend für Sibir unterwegs. Ebenso wie die 85697 wurde diese Maschine Ende 2008 stillgelegt und in Domodedovo abgestellt, wo sie wohl noch heute steht.
Bis 2006 war Sayakhat aus Almaty im Sommer regelmäßig mit Tu-154M in Hannover zu sehen. Die Maschinen kamen auf den Almaty-Kursen der Air Astana zum Einsatz. Anders als die übrigen Tu-5 der Sayakhat überlebte die UN85854 noch bis 2012, wo sie (mittlerweile zu UP-T5404 umregistriert, aber immernoch mit Sayakhat-Titeln) in Istanbul zu sehen war. Als Air Astana 2007 auf den Flügen nach Hannover die Kapazitäten durch den Einsatz von Boeing 767 erweitern konnte, war die Tupolev nicht mehr erforderlich. Die UN85854 (Baujahr 1986) stammt ursprünglich aus den Beständen der chinesischen Staatsairline CAAC und kam über zwei weitere chinesische Airlines 2001 zur Sayakhat.
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